W E C H S E L R A U M

 

 

Ausgangspunkt der Ausstellung war eine installative Raumzeichnung aus Kohle der Künstlerin Ulrike Mohr, welche alle zwei Stunden durch die beteiligten Künstler*innen eine weitere Transformation erfuhr. Die Ausstellung befand sich über den gesamten Zeitraum in einem performativen Prozess, den die Besucher*innen vor Ort oder im Livestream verfolgen konnten.

 

Die frei schwebende Raumzeichnung sowie alle weiteren Interventionen der Künstler*innen bezogen sich inhaltlich und formal auf den Ort, der ohne Kohle nicht denkbar wäre. Bei der Metallgewinnung ist Kohlenstoff ein unerlässliches Reduktionsmittel. Der industrielle Kontext, das Schmelzen von Eisen mit Hilfe des schwarzen Goldes, die entstehende Hitze, der Rauch, das Gießen in Formen spiegeln sich in poetischer Weise in den Arbeiten der Künstler*innen wider.

Ausstellung: 28. und 29.08.21

 

ehemalige Gießerei Chemnitz

www.wechselraum.net

beteiligte Künstler*innen:

Matthias Beckmann​ | Béla Bender | Hannah del Mestre | Florian Dombois | Dana Engfer | Ulrike Feibig | Alice Goudsmit | Lukas Kleinert | Mandy Knospe | Ulrike Mohr | Olaf Nicolai | Katja Pudor | Max Sudhues | Anna Till | Nicole Wendel

Fragen über Fragen #42

Intervention mit Heliumballonen

 

Unser Streben nach permanenten Fortschritt geht mit der Suche nach Antworten auf unzählige Fragen einher. In Antworten suchen wir nach Wahrheit, Sicherheit und Bestätigung, um uns Orientierung in einer komplexen Welt zu verschaffen und uns in der Gesellschaft als Individuum verorten zu können.

Im Rahmen des Projektes Wechselraum wurden von Mandy Knospe anstatt Antworten, 42 Fragen für den Verkauf auf Heliumballonen aus der initialen Raumzeichnung formuliert, welche im weitesten Sinne mit den Themen Fortschritt, Optimierung, Effizienz und Wert changierten und somit auch Bezug zur Industrialisierung und ihren Auswirkungen in Form unserer Konsumgesellschaft haben.

Der Verkauf der Fragen diente zum einen als Anlass für Dialog und Kontroverse mit den Besucher:innen, welche durch den Kauf auf den Heliumballonen diese anschließend weiter in den öffentlichen Raum trugen. Zum anderen stellte der Kauf einer Frage und eben nicht der Antwort, unser Streben nach Gewissheit und Wahrheit in Frage. 

Jede der 42 Fragen erhielt, wie im Kapitalismus üblich, unabhängig von den tatsächlichen Herstellungskosten, einen willkürlich gewählten Wert, der durch den Preis definiert wurde.

Die durch den Verkauf erzielten Einnahmen dienten hierbei allerdings nicht wie üblich der Gewinnerzielung, sondern waren dafür vorbestimmt dem Wirtschaftskreislauf entzogen zu werden. Alle Einahmen in Form von Geldscheinen wurden am Ende der Ausstellung durch Köhlern (Pyrolyse) als Zahlungsmittel entwertet.

Entstanden sind fragile, poetische Objekte die ihren Ursprung erkennen lassen, aber sich ihrer einstigen Bestimmung und deren definierten Wert entziehen.

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"Fragen über Fragen #42", Intervention in der Gießerei Chemnitz basierend auf der Rauminstallation von Ulrike Mohr,

Foto 1-3: Dana Engfer

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Verkaufsintervention "Fragen über Fragen #42", Foto 2+4: Dana Engfer

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Verkaufsintervention "Fragen über Fragen #42", Preisliste auf Kohlepapier in Leuchtdisplay

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 "Fragen über Fragen #42", in Keksdose geköhlerte Geldscheine 

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"Fragen über Fragen #42", geköhlerte Geldscheine

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